„Triple Win“ für Gesellschaft, Volkswirtschaft und Anleger
Vorbei sind die Zeiten, in denen Infrastrukturinvestitionen lediglich als notwendiges Übel galten. Infrastruktur als Asset-Klasse hat ihr Nischendasein verlassen und ist inzwischen zu einem festen Bestandteil institutioneller Portfolios geworden.
Laut BAI Institutional Investor Survey 2025 planen 84 Prozent der befragten institutionellen Anleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH-Region) eine Portfolio-Allokation in Infrastruktur-Equity-Strategien. Bereits jetzt sind knapp 6 Prozent in den Portfolios der Befragten in Infrastruktur allokiert. Dies zeigt deutlich, dass die Anlageklasse nicht mehr nur als taktische Portfoliobeimischung, sondern als dauerhafter strategischer Portfoliobaustein verstanden wird. Zentrale Gründe hierfür sind: Regelmäßige Erträge, Diversifikation und die Tatsache, dass Infrastrukturanlagen wie Straßen, Schienen oder Stromleitungen sich kaum durch technologische Neuerungen ersetzen lassen und sie wesentlich sind für das Funktionieren unserer Welt, Wirtschaft und vieler Geschäftsmodelle.
Gute Perspektiven für Infrastruktur
Zusätzlich verleiht die Politik der Asset-Klasse Infrastruktur Dynamik. Europa hat erkannt, dass in profanen Dingen – Energie, Daten, Schienen, Straßen und Kreislaufwirtschaft – Mächtiges steckt: Wachstum, Resilienz und strategische Handlungsfähigkeit.
Damit wird Infrastruktur als Anlageklasse interessant, und zwar nicht als Mode, sondern als volkswirtschaftliche Logik. Infrastruktur ist eine „Win-Win-Win“-Asset-Klasse, wenn sie richtig aufgestellt ist:
- Win Nr. 1 für die Gesellschaft, weil Versorgungssicherheit, Erreichbarkeit, Klimafestigkeit und Resilienz steigen.
- Win Nr. 2 für die Volkswirtschaft, weil Infrastruktur Produktivität freischaltet: geringere Transaktionskosten, stabilere Lieferketten, schnellere Datenflüsse, verlässlichere Energiepreise – also die reale Grundlage des Potenzialwachstums.
- Win Nr. 3 für Anleger, weil Infrastruktur-Eigenkapital – bei guter Strukturierung – Zugang zu langfristigen, realwirtschaftlich unterlegten Zahlungsströmen bietet, oft mit Inflationsbezug und geringerem Konjunkturrauschen.
Vorteile für institutionelle Investoren
Der Investitionsbedarf in Infrastruktur ist immens und breit gefächert. Entsprechend groß und vielfältig ist damit auch das Universum an Infrastruktur-Assets. Mehrere strukturelle Vorteile sind somit in dieser Anlageklasse kombiniert und machen Infrastrukturinvestments für institutionelle Anleger attraktiv.
Ertragssicherheit: Ein zentraler Aspekt ist die Ertragssicherheit der zugrunde liegenden Assets. Infrastrukturanlagen erfüllen wesentliche Funktionen für Wirtschaft und Gesellschaft und sind vielfach systemrelevant. Ihre Nutzung ist in der Regel häufig unabhängig von kurzfristigen Konjunkturzyklen. Die Cashflows sind zumeist langfristig vertraglich abgesichert oder unterliegen regulatorischen Rahmenbedingungen, etwa im Bereich Energie, Versorgung oder sozialer Infrastruktur.
Inflationsschutz: Viele Infrastrukturinvestments haben direkte oder indirekte Inflationsmechanismen, beispielsweise durch indexierte Erlöse, regulierte Anpassungsformeln oder marktbasierte Preissetzungsmacht in oligopolitischen Strukturen. Damit lassen sich steigende Kosten zumindest teilweise an die Nutzer weitergeben – ein wesentlicher Vorteil für Investoren mit langfristigen nominalen Verpflichtungen.
Wertstabilität & Konjunkturunabhängigkeit: Der historische Renditevergleich alternativer Anlageklassen zeigt, dass Infrastruktur über verschiedene Zeiträume hinweg attraktive Renditen erzielen konnte und dabei deutlich geringeren Schwankungen unterlag als andere illiquide Anlageklassen. Insbesondere im Vergleich zu Private Equity und Real Estate verlaufen die Renditeprofile wesentlich stabiler. Nur wenige Teilsegmente, etwa Teile der Transport- oder Logistikinfrastruktur, weisen stärker nachfragebasierte Erlösmodelle auf. Der überwiegende Teil der Infrastruktur ist nutzungs- und nicht zyklusgetrieben.
Diversifikationseffekt für das Portfolio: Infrastruktur ist historisch relativ niedrig korreliert zu klassischen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen, aber auch zu anderen alternativen Investments. Dadurch kann die Asset-Klasse einen stabilisierenden Beitrag auf Portfolioebene leisten und Schwankungen anderer, stärker marktabhängiger Anlagen abfedern.
Wesentlichkeit (geringe Substituierbarkeit): Ein oft noch unterschätzter Aspekt ist die geringe Substituierbarkeit von Infrastruktur-Assets. Anders als bei wissens- oder softwarebasierten Geschäftsmodellen sind Infrastrukturanlagen an physische Assets gebunden. Straßen, Netze, Energie und Versorgungsinfrastruktur lassen sich weder kurzfristig noch durch technologische Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz ersetzen. Diese strukturelle Unersetzbarkeit verleiht Infrastrukturinvestments eine besondere Resilienz und langfristige Relevanz.
Nachhaltigkeitsaspekte: Im Infrastrukturbereich lassen sich Nachhaltigkeitsaspekte häufig besonders gut umsetzen. Investitionen in erneuerbare Energien, Netzinfrastruktur, Digitalisierung oder soziale Infrastruktur leisten einen Beitrag zu ökologischen und gesellschaftlichen Zielen. Vor dem Hintergrund regulatorischer Anforderungen, wachsender Transparenz und Berichtspflichten ist Infrastruktur für viele institutionelle Anleger ein geeignetes Instrument, finanzielle und nachhaltigkeitsbezogene Ziele zu verbinden.
Diversifikation jenseits der Kapitalmärkte
Institutionellen Investoren stehen mehrere Wege offen, um in Infrastruktur zu investieren. Direktinvestitionen in einzelne Assets bieten maximale Kontrolle, sind jedoch mit hohem Ressourceneinsatz verbunden und erfordern lokale Marktkenntnis und technische Expertise. Daher sind sie für viele Kapitalanleger in der Realität nur eingeschränkt praktikabel.
Der typische und für die meisten institutionellen Anleger effizienteste Weg ist die Investition über Infrastrukturfonds und Multi-Manager-Lösungen im Private-Markets-Segment. In breit diversifizierten Portfolios entfalten Infrastrukturinvestments ihre Stärken am besten und unabhängig von einer einzelnen Investition: mittel- und langfristig abgesicherte Cashflows, geringe Wertschwankungen, Inflationsschutz und echte Diversifikation jenseits der Kapitalmärkte. Die Investition in eine Vielzahl nicht börsennotierter, physischer Assets ermöglicht einen stabilen, substanzbasierten Zugang zu Infrastruktur und erlaubt es Investoren, die Asset-Klasse robust, defensiv und langfristig wirksam im Portfolio zu verankern – gerade in einem von Unsicherheit, Volatilität
und strukturellem Wandel geprägten Markt.