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Governance- und Aktionärsinteressen prägen den M&A-Kurs japanischer Konzerne
Fokus auf langfristigen Shareholder-Value
Deutschland und DACH-Raum sind wichtiger Korridor für japanische M&A-Aktivitäten
Minderheitsbeteiligungen an Technologieführern stehen im Fokus
Japan zählt zu den aktivsten M&A-Akteuren im asiatischen Raum. Im Schnitt kommt es zu rund 400 Outbound- und Inbound-Transaktionen pro Jahr. Dabei sind fast 50 Prozent Unternehmen aus den Sektoren Industrie und Technologie. Die DACH-Region und insbesondere Deutschland spielen eine wichtige Rolle in der M&A-Strategie japanischer Unternehmen – zum Beispiel bei Akquisitionen, etwa über Minderheitsbeteiligung. Steigende Kurse an den Aktienmärkten und relativ hohe Liquiditätspuffer japanischer Unternehmen unterstützen diese M&A-Aktivitäten.
Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie von Metzler Corporate Finance mit dem Titel „Japans Tor nach Europa: M&A-Aktivitäten in der DACH-Region“. Darin werden ausgewählte Deals der vergangenen zehn Jahre analysiert und die gestiegene Aktivität japanischer Unternehmen vor dem Hintergrund aktueller wirtschaftlicher und (geo-)politischer Ereignisse eingeordnet: „In Japan wächst der Druck auf Vorstände, denn Aktionäre treten zunehmend fordernder auf. Zudem zwingen verschärfte Governance-Regeln die Unternehmensleitungen dazu, ihre M&A-Strategien neu auszurichten“, erläutert Claudius Thiell, Managing Director bei Metzler Corporate Finance und Co-Autor der Studie.
In Japan wächst der Druck auf Vorstände, denn Aktionäre treten zunehmend fordernder auf. Zudem zwingen verschärfte Governance-Regeln die Unternehmensleitungen dazu, ihre M&A-Strategien neu auszurichten
Früher lag der Schwerpunkt auf dem Zugang zu Märkten und Kunden sowie der Erhöhung von Marktanteilen. Heute richtet sich der Fokus stärker auf den Hinzugewinn technologischen Know-hows und einer klaren wirtschaftlichen Logik der Transaktionen. Die langfristige Steigerung des Shareholder-Value ist zur dominierenden Leitphilosophie der Corporate Governance geworden. Die Priorität liegt zunehmend auf Aktienkurs, Dividenden und Kapitalgewinnen. Zwar beeinflussen Yen/Euro-Währungsschwankungen die M&A-Aktivitäten, sie sind jedoch nicht der entscheidende Treiber.
Die DACH-Region und insbesondere Deutschland spielen hier eine besondere Rolle in der M&A-Strategie japanischer Unternehmen. Im Schnitt werden 50 nennenswerte Transaktionen pro Jahr registriert, von denen 80 Prozent Unternehmenskäufe und 20 Prozent Unternehmensverkäufe darstellen. „Häufig wählen japanische Unternehmen Minderheitsbeteiligungen als bevorzugtes und risikoärmeres Instrument für Zukäufe, um Zugang zu führenden deutschen Technologieanbietern zu erhalten“, fügt Thiell hinzu. Zugleich ließe sich in den vergangenen Jahren eine Zunahme von Sell-Side-Aktivitäten japanischer Unternehmen beobachten, die ihre Tätigkeit auf bestimmten Märkten aufgeben oder verlustbringende Geschäfte veräußern. Das Jahr 2026 ist mit attraktiven und umfangreichen Transaktionen gestartet, was darauf hindeutet, dass die Deal-Aktivitäten im Vergleich zu den Vorjahren konstant bleiben dürften.
Wir kennen die japanischen Unternehmer nicht nur institutionell, sondern persönlich: ihre Denkweise, Entscheidungsprozesse und strategischen Interessen. Das öffnet uns Möglichkeiten, die im Markt sonst nicht sichtbar sin
Metzler ist seit 25 Jahren in Japan aktiv. Im Juni 2025 hat zudem die neu gegründete Metzler Japan Holdings Inc. (MJH) in Tokio offiziell ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen. Die MJH ermöglicht eine engere Verzahnung der Geschäftsfelder von Metzler und stärkt die operative Präsenz im japanischen Markt. Ein zentrales Ziel der MJH ist der Ausbau der M&A-Aktivitäten. Aufgrund eines exzellenten Netzwerks in Japan führt Metzler Corporate Finance besonders viele Transaktionen mit japanischen Unternehmen durch. Vertrauen und Kontinuität sind Aspekte, die im deutsch-japanischen Kontext besonders relevant sind.
„Wir kennen die japanischen Unternehmer nicht nur institutionell, sondern persönlich: ihre Denkweise, Entscheidungsprozesse und strategischen Interessen. Das öffnet uns Möglichkeiten, die im Markt sonst nicht sichtbar sind“, sagt Kim Comperl, Mitglied des Vorstands des Bankhauses Metzler und zuständig für das Geschäftsfeld Corporate Finance.