Cookies

We use cookies in order to provide you with an optimal website experience. These include cookies that are technically or legally necessary for operating our site and controlling our commercial business objectives as well as cookies that are used for anonymous statistical purposes, monitoring comfort settings or displaying personalized content. The decision as to which types of cookies to allow is up to you. Please note that, based on your settings, some features of our website might not be accessible for you. For more information, see Details and Settings.

 

These cookies are absolutely vital for operating our site. They are required for security reasons or are necessary from a legal point of view.
*They cannot be deactivated.

In order to improve our website for you further, we collect anonymous data for statistical and analytical purposes.

These cookies are intended to facilitate use of our website for you. Your settings can be saved for 30 days.

Information für professionelle Anleger - 24.7.2026

Infrastruktur – auf Worte müssen Taten folgen

The article is not available in the chosen language und will therefore be displayed in the default language.

Europa redet gern: Über Wettbewerbsfähigkeit, strategische Autonomie und Resilienz. Und darüber, wie sich all das erreichen lässt. Der Infrastruktur kommt hierbei eine makroökonomische Schlüsselfunktion zu. Der Investitionsbedarf ist enorm.

Schienen, Straßen, Strom- und Datennetze, Rechenzentren auf der Erde und künftig vielleicht im Weltraum, Wasserwege, Umspannwerke, Satelliten… Kurzum: Eine funktionierende Infrastruktur bildet den materiellen Unterbau wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Wo Infrastruktur altert, wird der Alltag nicht nur beschwerlicher und weniger verlässlich. Auch das Potenzialwachstum einer Volkswirtschaft sinkt. Genau darin liegt Europas Problem: Der reale Kapitalstock ist in vielen Bereichen erkennbar in die Jahre gekommen. Zwar steigt der politische Wille, diesen Widerspruch zu korrigieren, gleichzeitig wird die Zeit immer knapper. Infrastrukturinvestitionen sind Standortpolitik, Sicherheitsarchitektur und – im Kern – die Frage, ob Europa sein Kapital wieder in die eigene Produktivität lenkt.

Edgar Walk
Chefvolkswirt, Metzler Asset Management

Die ökonomische Logik ist eindeutig. Infrastrukturinvestitionen erzeugen kurzfristig Nachfrage und steigern langfristig die Produktivität. Sie senken Transaktionskosten, stabilisieren Lieferketten, verbessern die Energie- und Datenversorgung und legen den Grundstein für künftigen Wohlstand. Der Investitionsbedarf in Europa ist gewaltig, die fiskalischen Spielräume sind begrenzt, mehrere historische Aufgaben überlagern sich: Dekarbonisierung, Digitalisierung, Substanzerhalt sowie die sicherheitspolitische Neuordnung der Welt. Infrastruktur wird so vom Ausgabenposten zur strategischen Anlage in die ökonomische Widerstandsfähigkeit.

Europa: Erhebliche Unterinvestitionen in Infrastruktur in den vergangenen Jahrzehnten
Öffentliche Investitionen (Anteil am BIP)

Quellen: Europäische Zentralbank, AMECO, Metzler

Beispiel Deutschland: Mit dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität stellt der deutsche Staat über zehn Jahre bis zu 500 Mrd. EUR für Investitionen in zentrale Zukunftsbereiche wie Verkehr, Energie, Digitalisierung, Bildung und  Gesundheit bereit. Ziel ist es, bestehende Investitionsrückstände abzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern – denn gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) zählt das Land zu den Staaten mit den niedrigsten öffentlichen Infrastruktur-Investitionsquoten.

Europas Herausforderung ist nun, den politischen Willen in investierbare Projekte umzusetzen, Kapital in konkrete Produktivität umzuwandeln.

Das Magazin für den institutionellen Anleger

More articles